St. Johann im Pongau

Exkursionen

Physik-Exkursion der 8. Klassen

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Es war Mittwoch nach den Osterferien – der gemeinsame Unterricht und die Beurteilungsphase praktisch abgeschlossen und bis zur schriftlichen Reifeprüfung noch etwas Zeit – also eine ideale Zeit, das physikalische Grundwissen durch Besonderheiten in der Praxis und Forschung zu ergänzen.
So machten sich die 8. Klassen mit ihren Physik-Lehrkräften auf den Weg nach Oberösterreich, nach Gallspach zum Zeileis Institut und weiter nach Linz zum Ars electronica Center.
Im Zeileis Institut erhielten die Maturant/innen Einblick in dessen Entstehungsgeschichte seit 1929, gekoppelt mit historischen Verbindungen zu  Tesla´s Erfindungen, ergänzt mit einer Story über die anatomisch richtig geformten Sitzbänke im Wartebereich, die seit 1929 unverändert zur Verfügung stehen.
Nach einem Video über alle angebotenen Behandlungsmöglichkeiten vor Ort war vor allem der zentrale Therapieraum von besonderem Interesse. Dieser ist wie ein Faraday´scher Käfig abgeschirmt, um den Flugverkehr nicht zu stören und vollkommen mit dunklem Holz ausgekleidet, beinahe unverändert seit der Eröffnung 1929. Hier finden die Behandlungen mit hochfrequentem und hochgespanntem Wechselstrom statt, bei ca. 360 000 Hz und 350 000 V. Die Stromstärke ist verschwindend klein. Das Besondere bei der Behandlung mit der sogenannten „Klobürste“, wie die dabei verwendete Elektrode auf Grund ihrer Form  genannt wird, ist, dass die zweite Elektrode die Hand des behandelnden Arztes ist.
Die tapfersten Burschen warteten bereits mit entblößtem Oberkörper auf eine Schnupperbehandlung, bevor der Großteil – Mädchen wie Burschen – einer kurzen  Hochfrequenzbehandlung am eigenen Leib  nachspüren wollte. Der behandelnde Arzt, Dr. Martin Zeileis, stellte sowohl bei den Maturant/innen als auch bei den Lehrkräften Verspannungen im Nacken- und Rückenbereich fest, was auf Grund der angespannten Vor-Matura-Zeit nicht verwunderlich war.
Die Behandlungen mit Strom werden kurmäßig angeboten und vor allem bei Lähmungserscheinungen, Nervenschädigungen nach Unfällen, Stoffwechselerkrankungen und zur allgemeinen Aktivierung und Stärkung der Organe erfolgreich eingesetzt.
Diese Erfahrungen lieferten genügend Diskussionsstoff, um bei mitgebrachter Jause die Fahrt nach  Linz wie im Flug vergehen zu lassen.
Im Ars electronica Center erwartete die Maturant/innen ein Kontrastprogramm: Während einer Führung wurde die Gruppe mit den neueste Erkenntnissen aus der Forschung in Bezug auf intelligente Materialien und Kunst bzw. Robotik konfrontiert. Besondere Aufmerksamkeit bei den Mädchen erweckte die elektronische „Kuschelrobbe“, ein Ersatz für echte Haustiere, insbesondere in Seniorenheimen, Krankenhäusern und Einrichtungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Die  Produkte aus dem neuen 3D-Drucker faszinierten ebenso wie die vielfältigen Erfindungen und Forschungen im Bereich Medizin und Umwelt, denen eine Sonderausstellung gewidmet war. Zum Abschluss tauchten noch alle in den Deep Space, einer faszinierenden virtuellen Welt ein, um danach wieder die Heimreise anzutreten - mit dem Wissen, dass es noch viel mehr Zeit bräuchte für all die spannenden Angebote des Hauses.

3 Standorte – 3 Welten

3A und 4A auf Exkursion zur Berufsorientierung in den naturwissenschaftlichen Fächern

Standort 1 -Firma Claro in Mondsee

Firmeninhaber J. Dygruber persönlich vermittelte den SchülerInnen, wie eine Idee zur Realität einer Firmengründung werden kann und der Umweltgedanke auch bei chemischen Produkten zum Schwerpunkt wird. Im Labor wurden uns die aufwendigen Tests vor einer Produktion erklärt und dass ständig neue Produkte entwickelt werden. Erstaunt waren wir, dass ein relativ kleines Team von ca. 30 Mitarbeitern ausreicht, ein Produkt von der Idee über die Herstellung bis zur Vermarktung zu realisieren.

Standort 2 - Red Bull Akademie für Fußball- und Eishockeytalente

Ein Ort, der bei uns für riesiges Staunen sorgte, was die Möglichkeiten des Trainings betrafen: 7 Fußballfelder (eines davon Indoor), 2 Eishallen, Krafträume, Motorikpark – den wir zum Abschluss ausprobierten -   eine großzügige Architektonik, eine perfekte Infrastruktur. Wir mussten aber im Gegenzug zur Kenntnis nehmen, dass Talent allein nicht ausreicht, sondern ein streng geregelter Tagesablauf, ständige Überprüfung des Leistungszustandes und hoher Einsatz die Sportler erwartet.

 

Standort 3 - Umweltschutzanlagen Siggerwiesen in Salzburg

Nach der perfekten Welt von Red Bull empfing uns in Siggerwiesen mit unangenehemen Gerüchen das andere Ende unserer Gesellschaft. Bei der Führung durch das Gelände wurde uns verdeutlicht, dass Abfall differenziert behandelt werden muss, um das Ziel, aus den 200.000 t/a noch Wertstoffe und Energie zu gewinnen, zu erreichen. Sortierung und Aufbereitung sind die wichtigsten Schritte für die Weiterverwendung der Stoffe, um den Deponieraumbedarf so niedrig wie möglich zu halten. Gefährliche Stoffe werden im Labor analysiert und erhalten eine besondere Lagerung und Verarbeitung.


Die Hitze in der Anlage und die intensiven Gerüche schlugen sich ermattend auf unsere Gemüter und mit vielfältigen Eindrücken kehrten wir nach St. Johann zurück.